SM+ macht Schule!: Drei spannende Start-ups, die den Kampf gegen Food Waste aufgenommen haben.

18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland pro Jahr weggeworfen. Das entspricht etwa einer LKW Ladung pro Minute. Weltweit sind es sogar 1,3 Milliarden Tonnen, die nie verzehrt werden. „Gründe für den enormen Food Waste in Deutschland sind der niedrige Wert, den wir Rohstoffen beimessen und der Anspruch der ständigen Verfügbarkeit.“ sagt Jonas Bieber, Gründer des Start-ups DÖRRWERK, das Fruchtpapier aus geretteten Lebensmitteln herstellt.

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Von der Ernte bis zum Verbraucher: Der Kampf gegen Food Waste setzt an verschiedenen Punkten an.

Wir möchten drei Start-ups vorstellen, die wir als Gast-Redner bei SM+ macht Schule! kennen gelernt haben. SM+ macht Schule! ist eine interne Weiterbildungsreihe, in der wir externe Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen zu uns einladen, um einen Vortrag zu halten und von aktuellen, sowie zukünftigen Themen der Branche zu berichten. So haben wir auch von diesen drei spannenden Projekten erfahren, die an verschiedenen Stadien der Lebensmittelwertschöpfungskette ansetzen, um gegen die enorme Lebensmittelverschwendung in Deutschland anzukämpfen.

Denn schon bei der Ernte wird gründlich voraussortiert – Obst oder Gemüse mit „kleinen Fehlern“ (zu krumm, zu klein, zu groß) schaffen es erst gar nicht in den Handel. Hier setzt das Start-up DÖRRWERK an – die Berliner Manufaktur stellt aus Obst und Gemüse, das aus ästhetischen Gründen nicht mehr in den Handel kommt, Fruchtpapier her. Die getrockneten Snacks gibt es z.B. bei Großhändlern wie EDEKA zu kaufen.

Doch auch wenn es die Lebensmittel in den Handel geschafft haben, landen vor allem oft überproduzierte, frische Waren nach Verkaufsschluss in der Tonne. Das Berliner Unternehmen Too Good To Go hat eine App entwickelt, mit der überproduzierte Lebensmittel und Speisen von Restaurants, Bäckereien oder Supermärkten zu einem reduzierten Preis gekauft werden können. Die App zeigt dem Nutzer Märkte in der Nähe an, bei denen beispielsweise noch übrig gebliebene Salate, Sushi oder belegte Brötchen gekauft werden können. So müssen die Händler die frische Ware nicht entsorgen und der Konsument erhält die Lebensmittel oft für den halben Preis.

Doch nicht nur frische Ware landet irgendwann im Müll – auch Lebensmittel, die noch bestens genießbar sind, werden nach Ablauf ihres Mindeshaltbarkeitsdatums entsorgt. Diesem Problem widmet sich das Berliner Social Impact Start-up SIRPLUS seit knapp zwei Jahren. „Wir wollen das Retten von Lebensmitteln salonfähig machen“, sagt Gründer Raphael Fellmer. In den drei Berliner Filialen, sowie im eigenen Onlineshop verkauft SIRPLUS bereits abgelaufene, aber noch bestens genießbare Lebensmittel. Doch auch saisonale Ware, wie Schokoladen-Osterhasen oder Lebensmittel, bei denen die Verpackung z.B. noch das alte Logo des Herstellers enthält, können in den Rettermärkten vergünstigt eingekauft werden.

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Prof. Dr. Tilman Becker

Im Rahmen unserer montagabendlichen Veranstaltung SM+ macht Schule! waren diese beeindruckenden Unternehmen in diesem Jahr bei uns zu Gast. Wir bedanken uns für die tollen Vorträge, freuen uns über die unheimlich wichtigen Projekte, die alle einen großen Schritt im Kampf gegen den steigenden Food Waste gehen und wünschen weiterhin viel Erfolg.

Wir freuen uns über Kommentare auf Twitter und Facebook.