Wie man Unternehmen transformiert? – Learnings vom 11. Club der Markenfreunde

12 Februar 2019

Wie man Unternehmen transformiert? – Learnings vom 11. Club der Markenfreunde

Beim 11. Club der Markenfreunde haben wir gemeinsam mit ausgewählten Speakern und Gästen darüber gesprochen, welche Ansätze es gibt, Transformation im Unternehmen zu gestalten und vor allem Mitarbeiter dafür zu aktivieren. Am Ende der Veranstaltung fasste Nina Reicke, Geschäftsführerin von Sasserath Munzinger Plus, die spannendsten Erkenntnisse zusammen und wir haben diese hier nochmals zum Nachlesen dokumentiert.

Bei der Ergebnisdokumentation haben wir uns auf drei Bereiche fokussiert:

  • Baustellen – Was sind Hürden, die einer erfolgreichen Transformation im Weg stehen?
  • Leuchttürme – Was sind Best Practices (Maßnahmen, Kampagnen, Plattformen, Strukturen etc.), die besonders wirkungsvoll sind und von denen wir lernen können?
  • Regeln – Welche Dos und Don’ts sollten in einem Transformationsprozess idealerweise gelten?

Und hier sind die Ergebnisse:

Die Baustellen:

Viele der angesprochen Problematiken oder Herausforderungen, wenn es darum geht Menschen zu mobilisieren und im Wandel mitzunehmen, beziehen sich auf die Themen Sinn und Motivation, sowie Führung.

Alle sind sich einig und die Ergebnisse unserer Transformational Branding Studie, die Uwe Munzinger am Anfang der Veranstaltung vorstellte, bestätigen, dass Menschen die einen höheren Sinn in ihrer Arbeit sehen, Wandel positiver wahrnehmen und engagierter sind. Sinn und Motivation sind zentrale Hebel, um einen Transformationsprozess erfolgreich zu gestalten.

Aber in den Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, dass ein Sinn nicht vorgegeben werden kann, sondern es jemanden braucht, der diesen stiftet. Dazu ist eine besondere Führungsrolle essentiell, wie Reza Moussavian, VP Digital & Innovation bei der Deutschen Telekom, betonte: „Es braucht diese zwei Rollen in der Führung: Visionary Leader, die stark im Storytelling sind, die eine Vision definieren und Sinn stiften – aber auch People Leader, die ein ganzes Team mitziehen, den Mitarbeitern helfen im tagtäglich Bestreben Konflikte zu lösen und Weiterbildung ermöglichen.“

55% der deutschen Angestellten, die wir in unserer Transformational Branding Studie befragt haben, bewerten Transformation tendenziell neutral – dieser große Mittelbauch an Menschen in Organisationen, die eine gewisse Gleichgültigkeit, Müdigkeit oder Angst vor dem Ungewissen empfinden, stellen ein großes Problem da. Aber Uwe Munzinger sieht darin auch ein großes Potenzial: „Diese Masse gilt es zu mobilisieren und mitzunehmen. Massiv gegen Transformation sind mit 10% nur ein kleiner Anteil der Mitarbeiter.“ Auch Donata Hopfen, Expertin im Bereich Digital Change, sieht Gleichgültigkeit als Problem: „Wir sind in Deutschland zu satt  – uns fehlt der Antrieb.“

Die Leuchttürme:

Dr. Rahmyn Kress, Chief Disruption Officer bei Henkel, verkündet die gute Nachricht „Corporates can transform“ und liefert mit der offenen Innovationsplattform Henkel X ein Best Practice dafür. Jedoch macht er auch klar: „There is no cookiecutter“ – es gibt kein Schema F, welches sich auf alle Organisationen anwenden lässt. Trotz dessen gibt es einige Leuchttürme, aus denen man etwas lernen und Ideen für die eigene Umsetzung mitnehmen kann.

Henkel X verdeutlicht, dass es Sinn macht über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus zu denken und sich externen Mentoren und Partner zu öffnen – ein funktionierendes „Ecosystem“ ist ein essentieller Pfeiler um Innovationskultur zu fördern.

Von Reza Moussavian haben wir gelernt, dass die Kraft in den kleinen Schritten statt den großen Worten liegt. Er plädiert dafür, „einfach mal anzufangen und nicht monatelang auf die Freigabe großer Budgets oder der Unterstützung des Vorstands zu warten“. Kleine Maßnahmen, die erste Erfolge aufweisen, können als Leuchttürmen fungieren und helfen den Transformationsnarrativ glaubwürdiger und überzeugender zu erzählen. Unsere Teilnehmer der Panel-Diskussion haben dem ergänzend hinzugefügt, dass es besonders wichtig ist bei den Maßnahmen, die Mitarbeiter zu involvieren und möglichst eng miteinzubeziehen.

Und Donata Hopfen bestätigte am Ende noch einmal, “etwas Radikalität an den Tag zu legen und einfach mal zu machen ist der Weg, den man gehen sollte.”

Die Regeln:

Wie vorher bereits erwähnt gilt natürlich auch hier, dass es keine allgemeingültigen Regeln gibt. Aber es sind sich alle einig, dass ein gewisser Rahmen geschaffen werden muss. Uwe Munzinger sprach ganz am Anfang von der wichtigen Rolle der Emotionalität im Transformationsprozess, worauf im Laufe des Nachmittags viele weiter eingingen. Ziel der Organisation sollte es sein, bei den eigenen Mitarbeiter Stolz zu entfachen. Damit Mitarbeiter sich mit der Organisation identifizieren können, muss sich diese aber auch über die eigene Identität im Klaren sein.

Zudem ist Kontinuität gefragt – es hilft immer wieder auf einfache Weise die Notwendigkeit und den Weg des Wandels zu erklären. Dr. Rahmyn Kress macht dies auf eindrückliche Weise, findet Marc Sasserath: „Er predigt die Story von Henkel X rauf und runter und erreicht damit ein hohes Maß an Zugänglichkeit bei den Mitarbeitern“.

Danke an alle Speaker und Gäste für die spannenden Diskussionen und tollen Insights.
Markus Albers, Reza Moussavian, Dr. Rahmyn Kress, Iris Grewe, Jason Reich, Lea Vajnorsky, Jan Ehlers & Dontata Hopfen

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr – am 30.01.2020 ist es wieder soweit!

Weitere Eindrücke zum 11. Club der Markenfreunde gibt es hier.